Ausfüllhilfe ohne Speicherung

Der Antrag ist lang. Die Vorbereitung kann einfach sein.

Gehen Sie ein Thema nach dem anderen durch. Sie müssen hier keine Gesundheitsdaten eingeben. Machen Sie sich Notizen auf Papier oder auf Ihrem eigenen Gerät.

Ihre Gesundheitsdaten bleiben bei Ihnen

  • Keine Registrierung
  • Keine Eingabe persönlicher Diagnosen auf dieser Seite
  • Keine Speicherung und keine automatische Auswertung
  • Keine Berechnung oder Vorhersage eines GdB

So nutzen Sie die Hilfe

Öffnen Sie nur den Schritt, den Sie gerade brauchen.

Jeder Schritt erklärt drei Dinge: Was will die Behörde wissen? Was sollten Sie bereitlegen? Wie kann eine verständliche Beschreibung aussehen?

Welcher Antrag ist richtig?

Was wird gefragt?

Die Behörde muss wissen, ob zum ersten Mal geprüft wird oder ob es bereits einen Bescheid gibt.

Was sollte ich bereitlegen?

Bei einer Neufeststellung: Aktenzeichen, letzter Bescheid und das Datum, seit dem sich etwas verändert hat.

Einfaches Beispiel

Seit meinem letzten Bescheid ist eine neue Erkrankung hinzugekommen. Außerdem hat sich meine Gehfähigkeit deutlich verschlechtert.

Persönliche Angaben und Vertretung

Was wird gefragt?

Name, Geburtsdatum, Anschrift und manchmal Staatsangehörigkeit. Wenn jemand für Sie handelt, wird ein Nachweis benötigt.

Was sollte ich bereitlegen?

Vollmacht, Betreuerausweis oder Nachweis über die gesetzliche Vertretung. Bei Minderjährigen können besondere Unterschriften nötig sein.

Einfaches Beispiel

Meine Tochter hilft mir beim Ausfüllen. Unterschreiben muss aber die antragstellende oder wirksam bevollmächtigte Person.

Erkrankungen und Beeinträchtigungen

Was wird gefragt?

Nennen Sie körperliche, geistige und seelische Gesundheitsprobleme, die länger als sechs Monate bestehen sollen.

Was sollte ich bereitlegen?

Eine Liste in Ihren eigenen Worten. Medizinische Fachbegriffe sind hilfreich, aber nicht zwingend nötig.

Einfaches Beispiel

Seltene Lungenerkrankung mit Atemnot bei geringer Belastung – nicht nur: Lungenprobleme.

Auswirkungen auf den Alltag

Was wird gefragt?

Viele Formulare haben dafür kein gutes eigenes Feld. Die Information ist trotzdem wichtig für Arztberichte und beigefügte Erläuterungen.

Was sollte ich bereitlegen?

Konkrete Beispiele zu Gehen, Treppen, Körperpflege, Haushalt, Konzentration, Arbeit, Schule, Kontakten und notwendigen Pausen.

Einfaches Beispiel

Nach etwa 100 Metern muss ich stehen bleiben. Eine Treppe schaffe ich nur langsam und mit Pause.

Was ist neu oder schlechter geworden?

Was wird gefragt?

Bei einer Neufeststellung sollen vor allem neue oder wesentlich verschlimmerte Beeinträchtigungen beschrieben werden.

Was sollte ich bereitlegen?

Früher-heute-Vergleich, ungefährer Beginn und passende aktuelle Befunde.

Einfaches Beispiel

Früher konnte ich allein einkaufen. Seit dem Frühjahr brauche ich eine Begleitung und kann keine Tasche mehr tragen.

Hausarzt, Fachärzte und Psychotherapie

Was wird gefragt?

Die Behörde braucht vollständige Kontaktdaten und muss erkennen können, welcher Behandler welche Beeinträchtigung kennt.

Was sollte ich bereitlegen?

Name, Fachgebiet, Anschrift, letzter Termin und die Frage: Liegen dort aktuelle Unterlagen vor?

Einfaches Beispiel

Lungenfacharzt: Behandlung der Atemnot; Hausarzt besitzt Kopien der letzten Facharztberichte.

Krankenhaus und medizinische Reha

Was wird gefragt?

Gefragt werden meist Aufenthalte der letzten zwei Jahre. Manche Länder verwenden andere Zeiträume oder eigene Blätter.

Was sollte ich bereitlegen?

Name der Einrichtung, Abteilung, Zeitraum, ambulant oder stationär und vorhandener Entlassungsbericht.

Einfaches Beispiel

Medizinische Reha bedeutet hier eine Behandlung, die Fähigkeiten erhalten oder wiederherstellen soll. Tragen Sie auch den Kostenträger ein, wenn danach gefragt wird.

Berichte, Befunde und Gutachten

Was wird gefragt?

Aktuelle Unterlagen können Rückfragen vermeiden. Ein kurzer Zettel mit Diagnosen allein beschreibt die Auswirkungen oft nicht ausreichend.

Was sollte ich bereitlegen?

Arztbriefe, Befundberichte, Krankenhaus- und Reha-Berichte, Pflegegutachten sowie vorhandene Gutachten anderer Stellen.

Einfaches Beispiel

Keine Röntgenbilder oder Datenträger senden, wenn die Behörde nur den schriftlichen Befund verlangt.

Pflege, Rente und andere Verfahren

Was wird gefragt?

Andere Stellen können bereits Unterlagen besitzen, die für die Prüfung wichtig sind.

Was sollte ich bereitlegen?

Pflegegrad, Rentenantrag, Berufsgenossenschaft, Agentur für Arbeit, Unfallversicherung, Gericht oder andere Behörde – jeweils mit Aktenzeichen.

Einfaches Beispiel

Ein Pflegegrad und ein GdB sind verschiedene Entscheidungen. Das Pflegegutachten kann trotzdem wichtige Informationen enthalten.

Merkzeichen

Was wird gefragt?

Merkzeichen sind Buchstaben im Ausweis. Sie stehen für bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen und mögliche Nachteilsausgleiche.

Was sollte ich bereitlegen?

Überlegen Sie nicht nur, welchen Buchstaben Sie möchten. Beschreiben Sie, was beim Gehen, bei Bus und Bahn, bei Orientierung oder im Alltag tatsächlich nicht ohne Hilfe möglich ist.

Einfaches Beispiel

B: Ich kann öffentliche Verkehrsmittel wegen meiner Beeinträchtigung nur mit einer Begleitperson benutzen.

Steuer-ID, Einwilligung und Foto

Was wird gefragt?

Die Steuer-ID kann für die Übermittlung an das Finanzamt benötigt werden. Die Einwilligung erlaubt der Behörde, medizinische Unterlagen anzufordern.

Was sollte ich bereitlegen?

Steuer-ID, Entscheidung über die Einwilligung, ein aktuelles Foto und mögliche Einschränkungen der Datenanforderung.

Einfaches Beispiel

Lesen Sie Einschränkungen genau. Wenn notwendige Unterlagen nicht angefordert werden dürfen und nicht selbst vorliegen, kann eine Entscheidung schwieriger werden.

Unterschriften und Abschlusskontrolle

Was wird gefragt?

Ein Antrag kann mehrere Stellen für Unterschriften enthalten. Beim Online-Antrag ist teilweise trotzdem ein Ausdruck nötig.

Was sollte ich bereitlegen?

Prüfen Sie Antrag, Schweigepflichtentbindung, Vertretung, Foto, Anlagen und die richtige Empfangsstelle.

Einfaches Beispiel

In Bayern werden Antrag und Einwilligung getrennt unterschrieben. In NRW muss nach dem Online-Ausfüllen eine Erklärung ausgedruckt werden.

Das fehlt in vielen Formularen

Meine Einschränkungen im Alltag

Eine Diagnose allein zeigt nicht, was eine Erkrankung für Ihr Leben bedeutet. Nutzen Sie diese Fragen für Ihre eigenen Notizen und für das Gespräch mit Ihrem Arzt.

Was kann ich nicht mehr?
Zum Beispiel gehen, tragen, duschen, einkaufen, arbeiten oder Kontakte halten.
Was geht nur mit großer Anstrengung?
Beschreiben Sie Strecke, Dauer, Pausen und Folgen möglichst konkret.
Wobei brauche ich Hilfe?
Wer hilft, wie oft und was passiert ohne diese Hilfe?
Wie sind schlechte Tage?
Wie häufig kommen sie vor und wodurch unterscheiden sie sich von besseren Tagen?
Wer kennt diese Einschränkungen?
Welcher Arzt, Therapeut oder Angehörige kann den Alltag nachvollziehen?

Für den Arzttermin: Nehmen Sie konkrete Beispiele mit. Bitten Sie nicht um einen gewünschten GdB, sondern um eine medizinisch nachvollziehbare Beschreibung Ihrer Funktionen und Grenzen.

Formulare sind nicht überall gleich

Besondere Hinweise zu geprüften Länderformularen

Diese Hinweise ergänzen die gemeinsame Ausfüllhilfe. Die offiziellen Formulare bleiben maßgeblich.

Bayern

Zwei Unterschriften prüfen

  • Erst- und Verschlimmerungsantrag stehen im selben Formular.
  • Ein erwarteter Mindest-GdB kann freiwillig angegeben werden.
  • Antrag und Einwilligung zur Anforderung medizinischer Unterlagen werden getrennt unterschrieben.
  • Die Merkzeichen werden mit verständlichen Alltagssituationen erklärt.
Offizieller Weg in Bayern (öffnet in einem neuen Fenster)
Brandenburg

Nummern richtig zuordnen

  • Das Formular trennt Erstantrag und Verschlechterung sichtbar.
  • Gesundheitsstörungen erhalten Nummern.
  • Ärzte, Kliniken und Reha werden diesen Nummern zugeordnet.
  • Die Einwilligung kann nach Zeitraum oder behandelnder Stelle eingeschränkt werden.
Offizieller Weg in Brandenburg (öffnet in einem neuen Fenster)
Nordrhein-Westfalen

Online heißt noch nicht papierlos

  • Kreis oder kreisfreie Stadt ist zuständig.
  • Der Online-Antrag kann nicht zwischengespeichert werden.
  • Am Ende muss eine Erklärung ausgedruckt und unterschrieben werden.
  • Halten Sie einen Drucker bereit oder nutzen Sie das Papierformular.
Offizieller Online-Antrag in NRW (öffnet in einem neuen Fenster)
Berlin

Ein Blatt je Gesundheitsstörung

  • Bei jeder Gesundheitsstörung wird „neu“ oder „verschlimmert“ gewählt.
  • Arzt, Krankenhaus und Reha werden direkt mit dieser Gesundheitsstörung verbunden.
  • Berlin hat zusätzlich das Merkzeichen T für den Sonderfahrdienst.
  • Prüfen Sie aktuelle Hinweise, bevor Sie einen Online-Antrag beginnen.
Offizieller Weg in Berlin (öffnet in einem neuen Fenster)

Vor dem Absenden

Meine letzte Kontrolle

  • Habe ich den richtigen Antrag gewählt?
  • Sind neue und verschlimmerte Beeinträchtigungen verständlich beschrieben?
  • Kennen meine Ärzte meine tatsächlichen Einschränkungen?
  • Sind aktuelle Berichte und vorhandene Gutachten beigefügt?
  • Habe ich alle nötigen Unterschriften gesetzt?
  • Habe ich eine Kopie für meine Unterlagen?
  • Geht der Antrag an die richtige Stelle?

Ein Wort ist unklar? Im Wörterbuch erklären wir die Fachwörter in kurzen Sätzen.

Grundlage dieser Ausfüllhilfe

Verglichen wurden aktuelle amtliche Formulare und Antragswege aus Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Die Fragen ähneln sich, ihre Reihenfolge und einzelne Länderregeln unterscheiden sich.

Allgemeine Orientierung, keine individuelle Rechts- oder Medizinberatung. Stand der Prüfung: August 2026.